Winter ade!

14. April 2022

Am 20. März war offizieller Frühlingsanfang. Jetzt ist genau die richtige Zeit, um die Gartenschaufel zu schnappen und dem Frühling ein grünes Willkommen zu bereiten.

Kinder präsentieren geerntetes Gemüse
Bild: AdobeStock/Rawpixel.com

Die längeren Tage ziehen viele Kinder vermehrt ins Freie – nach Schneemannbauen und Schneeballschlacht bieten sich auch im Frühling einige Aktivitäten an, um mit den Kindern zusammen etwas zu erleben. Und was gibt es hier Schöneres, als selbst etwas zu pflanzen und wachsen zu sehen?
Gärtnern ist überall möglich! Selbst wenn Sie keinen Garten haben, finden Sie bestimmt auf dem Balkon ein Plätzchen, an dem Ihr Kind sich austoben kann – selbst die Fensterbank bietet Möglichkeiten, den grünen Daumen zu trainieren.

Kinder lieben es, in der Erde zu spielen. Alle Sinne werden angesprochen und sie können die Natur unmittelbar erleben: So lernen sie, wie die Pflanzen und die Erde duften, können sie ertasten, die bunten Blüten und Früchte bewundern und später eventuell auch schmecken. Und sie können lernen, wie durch richtige Pflege und Einsatz etwas wachsen und gedeihen kann. Dafür müssen sie sich natürlich um ihre Pflanzen kümmern – das stärkt das Verantwortungsbewusstsein. Die Motorik wird ebenfalls gefördert und die Kombinationsgabe, denn um erfolgreich zu gärtnern, braucht es die richtigen Geräte zur richtigen Zeit. Nicht zuletzt kann Ihr Kind stolz auf sich sein, wenn es zum Schluss seine Pflanze hat heranreifen lassen; dies fördert das Selbstwertgefühl.

Für besondere Begeisterung sorgen dabei Gemüsesorten, denn hier kann man die Pflanze nicht nur beim Gedeihen beobachten, sondern erhält später zusätzlich einen leckeren Snack, den man selbst gezogen hat. So bekommen die Kinder gleich noch (mehr) Lust auf Gemüse.

Sorten, die Ihr Kind mag, sorgen natürlich für besonders große Motivation beim Gärtnern.
Doch auch mit nicht bekannten oder weniger beliebten Gemüsearten könnte es vielleicht auf den Geschmack kommen. Hauptsache, die Pflanzen sind nicht zu empfindlich und wachsen zuverlässig, um Frust und Enttäuschung zu vermeiden.

Einige Pflanzen eignen sich hier besonders:

1. Erdbeeren

Bereits im Frühling können die süßen Früchte gepflanzt werden. Besorgen Sie sich beispielsweise Jungpflanzen aus der Gärtnerei. Erdbeeren sind kälteempfindlich, daher sollten Sie bei frostigen Temperaturen lieber warten und sie gegebenenfalls vor Kälte schützen. Am besten pflanzen Sie die Früchte Ende April bis Juni.

2. Tomaten

Tomaten gibt es in allen Farben und Formen. Ob groß, rund, klein, oval – ob gelb, grün oder rot: Hier findet sich bestimmt die richtige Sorte, die für Begeisterung sorgt.
Haben Sie nur Platz dafür, die Tomaten in Töpfen wachsen zu lassen, sollten Sie zu Balkonsorten greifen. Am besten säen Sie Tomaten anfangs im Haus oder in der Wohnung an einer hellen Stelle bei ca. 18 bis 20 Grad. Nach 3 Wochen sollten die ersten Blattpaare zu sehen sein. Nun kann es für die Tomaten nach draußen gehen. Beginnen Sie die Aussaat Ende März bis Anfang April.

3. Radieschen

Im März und April kann mit dem Anbau von Radieschen begonnen werden. Hier werden besonders schnell Ergebnisse erzielt, denn bereits nach 4 bis 6 Wochen sind die ersten Radieschen „fertig“. Natürlich kann man sie noch länger in der Erde lassen, allerdings werden sie mit jedem Tag schärfer, sodass den meisten Kindern (und auch einigen Erwachsenen) die Lust am Naschen vergeht.

4. Pflücksalat

Pflücksalat eignet sich ebenfalls für den Anbau im Frühling. Mit ihm hat Ihr Kind lange seine Freude, denn er kann über einen größeren Zeitraum geerntet werden, da die Blätter einzeln gepflückt werden können. Kaufen Sie einige Setzlinge und pflanzen Sie sie ein, kann Ihr Kind seinen Salat bereits früh ernten. Sie können ihn aber auch direkt aussäen. Pflanzzeit ist Ende März bis Anfang April.

5. Zucchini

Zucchinipflanzen sind ideal, um mit dem Gärtnern zu beginnen, da sie sehr robust sind. Die Pflanzen können Sie im Warmen vorziehen. Beginnen Sie hiermit am besten im April. Nach draußen geht es für die Pflanzen aber erst ab Mitte Mai, da sie frostempfindlich sind. Die Aufzucht der Zucchini macht besonders Spaß, denn die Pflanzen sind sehr ergiebig. So wird das Ernten eine richtige Freude, wenn viele Zucchini von der Staude gepflückt werden können. Da Zucchini sehr groß werden können, sollten Sie für jede einzelne Pflanze viel Platz lassen.

6. Erbsen

Erbsen sind temperaturunempfindlicher als andere Pflanzen und auch ansonsten robust. Sie können Ende Februar bis Anfang März vorgezogen, können aber ebenso von März bis Mai direkt gesät werden. Erbsen sind Kletterpflanzen: Sie können ihnen mit Stäben und Ästen eine Möglichkeit zum Ranken geben, notwendig ist dies allerdings nicht.
Geerntet werden kann, sobald die Erbsen in den Schoten erfühlt werden können oder sich sichtbar unter der Hülse abzeichnen.

7. Sonnenblumen

Sonnenblumen gehören zu den beliebtesten Gartenpflanzen. Sie sind pflegeleicht, ein Blickfang für jeden Balkon oder Garten und sie locken Insekten und Vögel an. Und, da sie sehr schnell wachsen, hat Ihr Kind ebenso schnell ein Erfolgserlebnis.
Die Pflanzen können ebenfalls vorgezogen werden. Eine Direktsaat ist aber auch möglich: Beginnen Sie hiermit Ende April bis Mitte Mai.
Sobald die Sprösslinge aus dem Boden ragen, sollten Sie sie abdecken, da sie für Schnecken ein gefundenes Fressen sind. Sie sollten Ihren Sonnenblumen einen Stab oder Ast als Stütze bieten. Da sie sehr hoch wachsen, laufen sie andernfalls Gefahr, abzuknicken.

Kinder gießen junge Pflanzen
Bild: AdobeStock/Rawpixel.com

Allgemeine Tipps:

Lesen Sie die Anweisungen auf der Samentüte und befolgen Sie die Tipps der Gärtnerei. Denn Samen ist nicht gleich Samen. Lichtkeimer brauchen z. B. Licht, um zu wachsen, Dunkelkeimer müssen dagegen vor Licht geschützt werden, um keimen zu können. Verwenden Sie zum Befeuchten nach der Aussaat lieber eine Sprühflasche statt einer Gießkanne. Der Wasserstrahl wäre zu stark und könnte die Samen wegspülen. Ist Ihre Aussaat abgedeckt, dann legen Sie täglich einmal den Deckel beiseite, um frische Luft an die Samen oder die Erde zu lassen.

Natürlich gibt es allerlei Hilfsmittel fürs Anpflanzen mit Ihrem Kind, als Basis reichen aber bereits wenige Utensilien: Sie benötigen Kindergartengeräte, Erde (achten Sie hier auf die passende Erde für „ihre“ Pflanze) und je nach Gewächs Blumentöpfe oder Aussaatschalen mit Deckel. Zum Vorziehen eignen sich auch Eierkartons oder beispielsweise Klorollen; Aussaatschalen können Sie ebenfalls gemeinsam aus leeren Joghurtbechern basteln und diesen so eine neue Aufgabe schenken. Sie brauchen weiterhin Samen oder Setzlinge und eine Sprühflasche oder Gießkanne.

Ausgerüstet mit den Utensilien, Freude und Neugierde kann Ihr Kind bestimmt bald schon erste Ernteerfolge einfahren!

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