Ab nach draußen!

29. Oktober 2021

Bewegung im Freien ist ein wahrer Booster für die Gesundheit Ihres Kindes. Keine andere Aktivität stärkt das Immunsystem so wie das Spielen an der frischen Luft. Beim Erkunden der Natur, dem Klettern auf Bäumen, dem Springen in Pfützen oder dem Werfen von Steinen über eine Wasseroberfläche werden die Muskeln trainiert, die Knochen gestärkt und das Herz-Kreislauf-System in Gang gebracht.

Bild: AdobeStock/Jenny Sturm

Besonders wichtig für starke Abwehrkräfte sind gesunde Atemwege. Bei Bewegung wird die Lunge besser durchblutet und bringt so die Immunabwehr richtig in Gang. Gerade in den dunkleren Jahreszeiten ist es wichtig, sich nicht von der Kälte davon abhalten zu lassen, den Weg nach draußen zu wagen. Denn durch die Heizungsluft im Haus trocknen die Schleimhäute unserer Atemwege aus. Über sie werden Bakterien, Pollen, Staub usw. aufgefangen, teilweise neutralisiert und abtransportiert.

Die Bewegung draußen stärkt zudem die Kondition, motorischen Fähigkeiten und das Körpergefühl. Insbesondere dann, wenn das Kind mit unterschiedlicher oder sich verändernder Umgebung zu tun hat und so immer wieder neue Reize gesetzt werden.

Nicht nur körperlich hat sie viele positive Auswirkungen, auch die kognitiven Fähigkeiten, die Konzentration und die Aufmerksamkeit der Kinder sind gefragt. Das Selbstbewusstsein bekommt ebenfalls einen Schub. Denn im Freien begegnen dem Kind immer wieder neue Herausforderungen, denen es sich stellen kann. Wie komme ich auf den Baum? Wie kann ich das Rinnsal trocken überqueren? Wie komme ich dem Vogel besonders nahe, um ihn zu beobachten? So entwickelt es ein Bewusstsein für sich und seine Fähigkeiten und lernt, Problemlösungsstrategien zu erarbeiten. Überwindet es eine Hürde, ist dies natürlich auch förderlich für ein starkes Selbstwertgefühl.

Nicht zuletzt fördert das Spielen an der frischen Luft die Kreativität. Beim Spielen mit anderen Kindern werden die sozialen Fähigkeiten geschult. Es werden sich neue Spiele und Abenteuer ausgedacht: Die Baumkrone wird zur magischen Bohnenranke, der nächste Hügel zum Mt. Everest, den es zu bezwingen gilt, und das hohe Gras zu einem Versteck, hinter dem sich ein geheimes Reich erstreckt. Ohne Leitung und Spielregeln sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt.

Auch zum Entdecken und Beobachten hält die Natur einiges parat. Hier sind alle fünf Sinne gefragt!
Wie fühlt sich das Gras an oder die Rinde eines Baumes? Wie duftet es im Wald im Vergleich zur Wiese? Wie schmecken die Äpfel oder Himbeeren, die Sie gepflückt haben – oder die Tomaten, die Sie im Beet gemeinsam gepflanzt haben? Welchen Vogel hören Sie von Weitem rufen? Und was macht das Reh, das Sie in der Ferne entdeckt haben?

Überhaupt gibt es viele Tiere und Pflanzen zu entdecken. Ermutigen Sie Ihr Kind, innezuhalten und hin und wieder genauer hinzuschauen oder zu lauschen. Sie können mit ihm verschiedene Fühlspiele spielen. Lassen Sie es die Augen schließen und geben Sie ihm einen Stein, Ast oder z. B. eine Beere. Lassen Sie es erfühlen, was es gerade in der Hand hält.

Gehen Sie ruhig gemeinsam auf Entdeckungstour und scheuen Sie nicht die Fragen Ihres Kindes. Was ist das für ein Baum oder welcher Vogel singt dort? Selbst wenn Sie es nicht wissen sollten, können Sie es gemeinsam herausfinden. Zahlreiche Apps helfen bei der Aufklärung dieser Fragen. Selbstverständlich können Sie auch einen Naturführer mit auf Expedition nehmen und auf diese Weise viele Tiere und Pflanzen erkennen. Sollten einige Fragen nicht geklärt werden können, können Sie zuhause gemeinsam eine spannende Nachforschung starten und recherchieren. Die Kinder orientieren sich stark an ihren erwachsenen Bezugspersonen. So können Sie Ihrem Kind den Spaß am Lernen näherbringen und lehren, neugierig auf die Welt zu blicken. Wenn Sie ihm vorleben, wie schön es ist ins Freie zu gehen, und mit ihm unterschiedliche Dinge unternehmen, ist das Spielen draußen gleich positiv belegt. So entwickelt sich Ihr Kind gar nicht erst zum Stubenhocker.

Als Faustregel gilt: Lassen Sie es täglich mindestens eine Stunde draußen spielen. Nach oben hin sind der Dauer natürlich keine Grenzen gesetzt, solange es Spaß macht und nicht gewittert.

In der Natur zu sein bedeutet nicht unbedingt Wald oder Wiese. Besonders in Großstädten ist der Gang ins Grüne nicht immer leicht, doch auch hier bieten sich tolle Möglichkeiten. Sie können einen Trip zu einem Bauernhof unternehmen. Es gibt viele Erlebnisbauernhöfe, die Besucher empfangen und in denen die Kinder den Bäuerinnen und Bauern bei der Arbeit zuschauen oder auch mithelfen können. Und natürlich können sie hier einige Tiere streicheln und im Heu herumtollen.

Auch der Weg in den Wildpark lohnt sich. Die Tiere werden in naturnahen Gehegen gehalten, sodass die Kinder sie in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten können.

Botanische Gärten bieten besondere neue Eindrücke, denn hier wachsen auch Pflanzen aus anderen Ländern. Sie werden systematisch angelegt, sodass jeder (Lebens)Raum ein eigenes kleines Reich bildet, das erkundet werden möchte.

Bürgergärten oder auch das eigene kleine Beet auf dem Balkon oder im Garten bieten ein unmittelbares Erleben der Natur. Hier kommt das Kind direkt mit der Erde in Berührung und kann miterleben, wie „seine“ Pflanzen gedeihen.

Natürlich eignet sich auch der Park als schönes Ziel für einen gemeinsamen Ausflug oder das Spielen mit Freunden.

Hauptsache, der Spaß bleibt erhalten, denn so hat das Spielen im Freien noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Glück stärkt die Abwehrkräfte ebenso sehr wie ein schöner Tag in der Natur.

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