Auf der Suche nach der größten Zahl

18. Mai 2021

Nach dem Alter gefragt streckt oft schon ein Zweijähriger zwei Finger in die Luft. Eine Dreijährige kennt vielleicht die eigene Hausnummer. Eine Vierjährige kann, auch wenn es eventuell ein paar Irrtümer gibt, bis 10 zählen. Mein damals 5-jähriger Sohn hat mich einmal nach der größten Zahl auf der ganzen Welt gefragt – eine schwierige Frage!

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Bild: iStock/Nadezhda1906

Ziffern, Zahlen, Mengen und Größen begegnen Kindern früh. Sie merken, dass sie in ihrem kindlichen Umfeld, aber auch in der Erwachsenenwelt eine große Rolle spielen: Mama stöhnt über hohe Benzinpreise, Papa muss beim Backen auf die Zahlen der Waage achten, Opa schaltet mit einem Blick auf die Uhr pünktlich die Kindersendung an, Oma misst mit einem Metermaß den Platz für das neue Sofa ab.

In der Vorschule brauchen Kinder Zahlenräume noch nicht in ihrer Komplexität strukturiert zu verstehen, rechnen bis 10 oder gar 20 müssen sie nicht können – dafür ist schließlich die Schule da und dort soll es ja auch nicht langweilig sein. Aber Kinder auf Zahlen neugierig zu machen und sie zu sensibilisieren, wo sie überall wichtig sind und welche Bedeutung sie haben, ist die beste Vorbereitung auf das Rechnenlernen in der ersten Klasse.

Hier haben wir Ihnen ein paar Ideen aufgeschrieben, wie Sie spielerisch mit Ihrem Kind die Welt der Mathematik entdecken können.

Auf Zahlensuche

Bei einem Spaziergang durch die Stadt können Sie Ihr Kind Zahlen suchen lassen: Hausnummern, Nummernschilder, Verkehrsschilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen, Preise auf Werbeplakaten, eine Kirchturmuhr … Wer entdeckt die nächste Zahl auf dem Weg? Nebenbei ergibt sich vielleicht auch ein Gespräch, welchen Sinn die Zahlen jeweils haben.

Ich zähle was, was du nicht zählst …

Das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ kann einfach abgewandelt werden. Bestimmt ist es überraschend, wie viele Dinge in einem Zimmer gezählt werden können: die Tischbeine, die Lampen an der Decke, die Bilder an der Wand, die Äpfel im Korb …

Kreidezahlen

Mit Straßenmalkreiden lassen sich Kästchen mit Ziffern auf den Boden malen. Kinder haben sicher schnell Ideen, wie sich damit Hüpfspiele erfinden lassen.

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Bild: iStock/SanyaSM

Gummibärchen schnappen

Ein kleines Spiel für zwei: Setzen Sie sich gegenüber an einen Tisch und legen Sie ein Gummibärchen zwischen sich. Zählen Sie nun bis drei. Zeigen Sie jetzt gleichzeitig mit einer Hand eine Anzahl an Fingern, also Zahlen von 1 bis 5. Werden zwei unterschiedliche Zahlen gezeigt, beginnen Sie von vorne, wird die gleiche Zahl gezeigt, darf nach dem Gummibärchen geschnappt werden. Wer schneller ist, hat die Belohnung schon in der Hand.

Auch ganz nebenbei im Alltag können das Zählen, die Zahlen und die Mengen immer wieder ein Gesprächsanlass sein: beim Betrachten der Uhr, beim Einkaufen, beim Tischtennisspielen, beim Backen, beim Treppensteigen und Stufenzählen …

Mit meinem Sohn habe ich damals einmal versucht, immer größer werdende Zahlen aufzuschreiben. Auch wenn er letztlich enttäuscht war, dass sich die allergrößte Zahl selbst nach großer Suche nicht finden ließ, zeigte schon seine Frage danach, wie unerschöpflich die Welt der Mathematik ist, und wie sich hier mit großer Neugierde viel entdecken lässt.

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